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Was ist ein Oldtimer?

Begriffsdefinition

Der Begriff Oldtimer, Oldie, oder auch Veteran bezeichnet ein Auto oder Motorrad, das älter als 30 Jahre ist. Bei jüngeren Fahrzeugen ab einem Alter von etwa 20 Jahren ist auch der Begriff Youngtimer gebräuchlich. Oldtimer sind zumeist Sammlerstücke. Es muss sich nicht immer um ein gut erhaltenes oder restauriertes Fahrzeug halten, auch unrestaurierte im Original belassene Autos und Motorräder gehören dazu.

Der Begriff Oldtimer ist an sich ein Oberbegriff und als solcher unscharf.

Der Begriff Veteran wird teilweise synonym mit Oldtimer benutzt, teilweise bezeichnet er Fahrzeuge bis zum Baujahr 1918. Der Begriff Klassiker etwa wird für Fahrzeuge bis zum Baujahr 1945 oder aber ab einem Alter von manchmal 30, manchmal auch 40 Jahren benutzt. Fahrzeuge mit einem Alter zwischen 20 und 30 Jahren werden als Youngtimer bezeichnet. Genaue Begriffsdefinition finden sich aber dazu selten, teilweise tauchen sie im Reglement der FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) und des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.) auf. Mitunter werden die vorgenannten Begriffe von Kfz-Versicherungen zur Unterscheidung von Tarifgruppen benutzt, allerdings uneinheitlich. Die international gebräuchliche Klassifizierung, wie sie etwa von FIA, FIVA und nationalen Automobilclubs wie dem AvD verwendet wird, ist wie folgt eingeteilt:

Class A, "Ancestor", vom Anbeginn bis 31. Dezember 1904

Class B, "Veteran", vom 1. Januar 1905 bis 31. Dezember 1918, auch "Edwardians" (GB) oder "Kaiserzeit" (D) genannt;

Class C, "Vintage", vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1930

Class D, "Post Vintage", vom 1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1945

Class E, "Post War", vom 1. Januar 1946 bis 31. Dezember 1960

Class F, "Wirtschaftswunder", vom 1. Januar 1961 bis 31. Dezember 1970

Class G, "Youngtimer", vom 1. Januar 1971 bis 31. Dezember 1980

Eine Class H existiert derzeit noch nicht, man spricht, wie etwa beim Int. Concours d\\\\\'Elegance in Schwetzingen (www.oldtimergala.de) von "Klassikern der Zukunft - classics of the future".


Die heute im allgemeinen Sprachgebrauch nur noch selten benutzte Bezeichnung Veteran wurde bis in die 1960er und 70er Jahre verwendet. Früher war auch die Bezeichnung Schnauferl verbreitet, diese wird heute jedoch als altbacken zumeist abgelehnt. Der Begriff Schnauferl leitet sich vom Geräusch des sog. Schnüffelventils ab, das bei alten Viertakt-Motoren als Einlassventil verwendet wurde. Das typische Geräusch gab dem im Jahr 1900 gegründeten Allgemeinen Schnauferl-Club ASC seinen Namen, der heute der älteste existierende Oldtimer-Club in Deutschland ist, siehe www.asc.de.

In Gesetzestexten spricht man in Österreich von Historischen Fahrzeugen.

Die in der deutschen Sprache verwendete Bezeichnung Oldtimer ist strenggenommen als Scheinanglizismus zu bezeichnen. Im englischsprachigen Raum bezeichnet old-timer einen älteren Menschen, oder genauer: einen Menschen, der den Werten und Gegebenheiten älterer oder vergangener Zeiten anhängt, und kein Fahrzeug. Verwendet wird der Begriff auch in der Musik, etwa im Jazz, wo von Oldtime-Sound gesprochen wird. Auf Englisch werden solche Autos vintage cars, classic cars oder antique cars genannt.

Deutschland

In Deutschland genießen Besitzer von Oldtimern für ihre Fahrzeuge steuerliche Vergünstigungen, zu erkennen am H am Ende des Kfz-Kennzeichens (Formalbeispiel ORT-DE 1234 H), wobei das H für historisch steht. Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein. Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 1969 gebaut bzw. erstzugelassen wurden, sind zudem von der Abgasuntersuchung befreit. Auch die Versicherungskosten sind oftmals niedriger, soweit das Angemeldetsein eines weiteren "normalen" Alltags-Fahrzeugs daraufhin deutet, dass der Oldie nur zum Vergnügen unterhalten wird. Das H-Kennzeichen wird erst nach einer technischen Untersuchung zugeteilt, in der der originale bzw. zeitgenössische und gut erhaltene Zustand des Fahrzeugs bestätigt wird. Bei veränderten Fahrzeugen (Leistungssteigerung, Fahrwerksumbauten) oder erkennbar alltäglich abgerittenen Altfahrzeugen legen sich die technischen Prüfer oftmals quer und verweigern den H-Status. Der Vorteil dieses Status liegt in einer pauschalen Kfz-Steuer (2005: 191,73 Euro im Jahr), die nicht vom Hubraum des Motors und dem Vorhandensein eines Katalysators abhängt.

Für Sammlerzwecke gibt es die Wechselkennzeichen, zu erkennen an der roten 07er-Nummer (ORT-07123), ähnlich dem roten 06er Händler-Kennzeichen (ORT-06123). Auf dieses rote Wechselkennzeichen zu Sammlungs-Zwecken können mehrere Fahrzeuge zu Test- und Überführungszwecken eingetragen werden; das größte bzw. teuerst zu versteuernde jeweilige Fahrzeug bestimmt für alle Fahrzeuge die zu zahlenden Kfz.-Steuern, dem Umstand Rechnung tragend, daß ein Mensch nicht zeitgleich zwei Fahrzeuge bewegen kann. Das Kennzeichenpaar wird jeweils von einem Fahrzeug zum nächsten Fahrzeug mitgenommen, gewechselt. Nur eines der Fahrzeuge darf zu einer Zeit im Verkehr sein. Nicht statthaft ist der normale Alltags-Gebrauch von Fahrzeugen mit 07er Wechsel-Kennzeichen. Wegen Missbrauchs-Verdacht ist das 07er Kennzeichen jedoch in vielen Städten und Kreisen schwierig zu erhalten. Die Regelung sah vor, dass Fahrzeuge mit einem Mindestalter von 20 Jahren eingetragen werden können. In neuerer Zeit (2004) aber sehen sich immer mehr Oldie-Liebhaber bei den Ämtern abgewiesen, wenn das Fahrzeug nicht bereits mindestens 30 Jahre alt ist.




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